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Der letzte Weggiser Oberdorf-Nauen

Von der Lützelau aus konnte beobachtet werden, wie im März 1920 der Küttelseppi und der Schmidschange Paul auf ihrem Nauen in Schwierigkeiten gerieten. Die beiden hatten eine Ladung schwerer Kalksteine in Beckenried abgeholt und gerieten auf der Rückfahrt in einen Föhnsturm. Durch den starken Wellengang verschob sich die Ladung, was eine dramatische Schieflache des Nauens zur Folge hatte. In grosse Seenot geraten, versuchten sie noch, Steine in den See zu kippen, um den Nauen wieder einigermassen ins Gleichgewicht zu bringen. Aber nach ein paar Minuten sank dieser. Der Küttelseppi konnte nicht schwimmen. Der Schmidschange Paul schob ihn geistesgegenwärtig auf ein Brett und hievte sich selber auf ein zweites. Der Lützelauer Hotelier Dolder telefonierte sofort nach Vitznau, weil demnächst ein Kurrsschiff vorbeifahren sollte. Das Dampfschiff wurde kontaktiert und fuhr - ohne in Vitznau anzulegen - zur Unglücksstelle, wo die beiden jungen Männer nach 20 bangen Minuten aus dem kalten März-Wasser gerettet wurden. Seither liegt dieser Nauen auf dem Seegrund und das Oberdorf hat keinen Nauen mehr.

Inventarnummer 111075, Altes Schulhaus / Karin Bernath