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Feuchtfröhliche Schafs- und Sauschiesset

Der Flobertschützenverein Frohsinn wurde 1930 von den Gebrüdern Suter von der Laugneri und ihrem Mitarbeiter Josef Waser gegründet. Es besteht kein Zweifel daran, dass es nebst der Treffsicherheit auch um Frohsinn ging, wie es ja der Name verspricht. Begeistert protokollierte Aktuar Alois Meier über die Schützenergebnisse hinaus auch das feuchtfröhliche Beisammensein der Mitglieder: „Banzer und Doppmann tauften sich noch gegenseitig mit Bier…“, und man erfuhr, dass die Schützen ab und zu erst gegen 5 Uhr morgens von der Sitzung nach Hause gekommen sind („Nachher gings bei recht angeheitertem Zustande ins Hotel Lützelau…“). Ein anderes Mal wurde offenbar „ghubetet und cheibet wie im Himmel oben vorusse“. Schon bald wurde beschlossen, eine „Sauschiesset“ durchzuführen. Nach der Schiesset verzehrten die Schützen alsdann Blut- und Leberwürste. Andere Male wurde ein Schaf für eine „Schafschiesset“ erworben. Die handschriftlich verfasste Protokollseite von 1942 kündigte die Gründung der Kleinkaliber-Pistolen-Sektion Weggis an. Die Sitzungen wurden auch ab 1942  wie immer feinsäuberlich handschriftlich protokolliert, aber es fehlen Hinweise auf feuchtfröhliche Begebenheiten nach dem offiziellen Teil. Es wurde höchstens noch vermerkt, dass der Sitzung ein Essen folgte. Gedruckte Einladungen zu Unterhaltungsabenden sind weitere Hinweise auf etwas gesittere Abende unter den Schützen. 1947 lud die Kleinkaliber-Pistolen-Sektion sogar zu einem Ball- und Unterhaltungsabend im Hotel Schweizerhof ein. Von der gegenseitigen Biertaufe bis zum Ballabend vergingen gemäss Protokoll also rund 17 Jahre, es sei denn, die Taufen gingen weiter, wurden aber nicht mehr protokolliert.

Inventarnummer 12891 K028 / Karin Bernath