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Umzug von Papua-Neuguinea nach Hertenstein

Wir würden erwarten, dass man in Papua-Neuguinea Heimweh nach Hertenstein hat, aber nicht so Schwester Gardentia. Sie vermisst nach ihrem 50-jährigen Aufenthalt in Papua-Neuguinea ihre Krankenstation und ihre Aidsstation, ihre Pflegerinnenschule, ihre Primarschule und vor allem auch all die Menschen, die ihr ans Herz gewachsen waren und die sie zurückgelassen hat. Schwester Gaudentia kam 2018 aus gesundheitlichen Gründen und altershalber in die Schweiz zurück. Man erahnt, dass sie ihr Lebenswerk in Papua-Neuguinea zurückgelassen hat, ein Lebenswerk, wofür sie mehrfach ausgezeichnet und im Buch „Mit Gottvertrauen im Gepäck“* beschrieben worden ist. In Hertenstein fand im gleichen Jahr auch Schwester Lukas ihren Ruheort, nachdem sie ebenfalls 50 Jahre in Papua-Neuguinea tätig gewesen war. Dass sich die beiden viele Erinnerungen teilen, versteht sich von selbst. So leben im geschichtsträchtigen Hertenstein noch ganz andere Geschichten als jene vom österreichischen Kaiser weiter. Geschichten von berührenden, traurigen, geduldigen, gefährlichen, mutigen, freudigen, wehmütigen und mit viel Gottvertrauen überstandenen Momenten in einer für uns sehr fremden Welt, in der man noch immer Clankriege und Hexenverbrennungen kennt.  

*Helene Arnet. Mit Gottvertrauen im Gepäck. Verlag Hier + Jetzt, Zürich, 2020 / Karin Bernath