„Disneyland“?

Seit Schlickes „Handbüchlein für Reisende“ (1855) wurde den Rigi-Touristen wärmstens empfohlen, an den Alpfesten teilzunehmen. So wurde beispielsweise im Klösterli am Magdalenentag ein richtiges Alpfest für Alle veranstaltet: Wettspringen, Zielschiessen mit Flinte und Bogen sowie Steinstossen. Auf der Terrasse des Grandhotels Kaltbad fand jeweils ein Schaumelken mit Kühen und Ziegen statt. Ebenso gehörte der Besuch einer Alphütte von Beginn weg zum Unterhaltungsprogramm. Als die Rigibahn 1871 eröffnete, sprach man von einer „wahren Völkerwanderung“. 60’000 Fahrten absolvierte die Rigibahn im Eröffnungsjahr, und drei Jahre später erreichte die Passagierzahl bereits die 100’000er Grenze. Um noch mehr Gäste anzulocken, „erfand“ die Hotelière Rosa Dahinden um 1900 den Wintertourismus - eine Erfolgsgeschichte. Dass dann gut ein Jahrhundert später Albträume in Richtung Disneyland herumgeistern, mag eine andere Geschichte sein.

(vgl. Kälin Adi. Rigi. Mehr als ein Berg. Verlag für Kultur und Geschichte. Baden. 2012, S. 81 ff.; https://digit.wdr.de/entries/99110 vom 23.8.2020)
Inventarnummer 111106, Altes Schulhaus / Karin Bernath