Rigikrankheit

Als Rigikrankheit wurde ein schwerer Brechdurchfall bezeichnet. Sie befiel die Hoteliers und ihre Angestellten praktisch jährlich und manchmal traf es auch die Gäste, und zwar bis zu 50%. Auch wenn die Rigihotels sich als Kurbetriebe anpriesen, schienen sie Ursache für die Rigikrankheit zu sein. Die erste grosse Krankheitswelle im Hotel Schwert, Klösterli, wurde 1880 festgestellt. Als im Hotel Staffel nur die Angestellten erkrankten, nachdem sie aus einer anderen Quelle als die Gäste Wasser getrunken hatten, vermutete man, dass es am verunreinigten Wasser liegen könnte. Im Hotel Sonne im Klösterli starben im Jahr 1893 vier von 17 Personen. Der Zürcher Stadtrat empfahl schliesslich, keine Schulreisen auf die Rigi mehr zu unternehmen. Und als 1914, ganze 34 Jahre nach den ersten besorgniserregenden Krankheitsfällen, in der NZZ zwischen dem Kantonschemiker des Kt. Schwyz und dem berühmten Geologen Prof. Albert Heim ein Streit über die Ursachen und Massnahmen losging, waren nun auch noch die letzten potentiellen Rigigäste gewarnt. Aber letztendlich hielt der erste Weltkrieg die letzten Touristen von einem Hotelaufenthalt auf der Rigi ab. Erstaunlich ist, dass es selbst 1932 im Hotel First und im Kaltbad noch zu Typhusfällen kam. Neue Kanalisationen taten not und `heilten`die Rigikrankheit.

(s. Kälin Adi. Rigi. Mehr als ein Berg. Verlag für Kultur und Geschichte. Baden. 2012, S. 178ff.)
Inventarnummer 111106, Altes Schulhaus / Karin Bernath